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Sehenswertes - Die westlichen Ausgrabungen

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Überblick

Mehrere hundert Jahre lang war das Areal zwischen den Strassen Pissandrou, Theokritou und Grigoriou E' ungenutzt und wurde nicht neu bebaut. Die alten Bauwerke blieben deshalb in einem relativ guten Zustand.

Auf dem Gelände gibt es zwei antike Strassen. Die in ost-westlicher Richtung verlaufende Strasse heißt Decumana. Sie wurde von Säulenhallen gesäumt und kreuzt die kleinere Strasse.

Die kleinere Strasse heißt Via Cardo (wörtlich Achse) und führte wahrscheinlich zum Hafen. Auf beiden Seiten der Strasse sieht man Steinplatten, die Spuren von Fahrzeugen der damaligen Zeit aufweisen.

Das Gymnasion

Das Gymnasion (Palästra), eine antike Übungsstätte, stammt aus hellenistischer Zeit. Es bestand aus einer langgestreckten Säulenhalle, zu deren Überreste die Theokritou-Strasse parallel verläuft.

Die Laufbahn wurde damals Xysto Dromos genannt (Abschabe-Straße), weil alle Sportler ihren Körper mit Öl einrieben, bevor sie den Wettkampf antraten. Nach den Wettkämpfen kratzten sie das Öl, den Sand und den Schweiß mit einem speziellen, metallischen Gegenstand von ihren Körpern.

Von den ursprünglich 81 dorischen Säulen wurde 17 wiedererrichtet. Das Dach wurde auf der einen Seite von den Säulen und auf der anderen Seite von einer Wand getragen. Westlich der Säulenreihe wurde während der römischen Zeit ein Schwimmbecken gebaut. Dafür wurde eine Art Zement aus dieser Zeit verwendet.

Die Westthermen

Zwischen dem Gymnasion und der Via Cardo liegen die römischen Westthermen. Zu ihnen gehörte ein grosses, bogenförmiges Gewölbe mit Mosaiken an der Decke. Einen 6,5 mal 7 Meter großes Teilstück kann man noch heute sehen und befindet sich in gutem Zustand.

Im Hauptsaal gibt es kleine runde Basissteine die den Boden stützten. Die Thermen wurden beim grossen Erdbeben von 469 v. Chr. zerstört.

Die frühchristliche Basilika

Auf einem Teil der Ruinen der Westthermen wurde eine frühchristliche Basilika errichtet. Der Eingang der Basilika blieb erhalten. Er wurde mit weissem Marmor restauriert und trägt ein Kreuz. Im Innern der Basilika wurden ein Thron gefunden sowie ein kreuzförmiges Taufbecken, das aus Marmor besteht.

Das Nymphäum

Das Nymphäum liegt hinter den Thermen, östlich der Via Cardo. Es wurde im 3. Jh. v. Chr. errichtet und enthielt öffentliche Toiletten (Wespasiane), die später Nymphäum genannt wurden, da der Platz so schön war. Die Archäologen dachten anfänglich, dass es eine Anbetungsstätte der altgriechischen Gottheiten der Nymphen wäre.

In der Mitte der Anlage befindet sich ein Innenhof mit schönen Mosaiken und einem Brunnen in seinem Zentrum. Der Innenhof ist auf drei Seiten von Säulen ungeben. Die vierte Seite ist von einer Mauer begrenzt die drei Nischen aufweist, in denen wahrscheinlich Statuen zur Zierde standen. Die inneren Wände bestehen aus Marmor in vielen Farben und sind 1,83m hoch. Im Bereich der Fundamente befinden sich Abwasserkanäle.

Das Haus der Europa

Es wurde 142 n. Chr. auf den Ruinen eines älteren Gebäudes errichtet und befindet sich zwischen anderen Ruinen im südöstlichen Teil des Ausgrabungsgeländes. Vor ihm ist ein breiter, mit Steinplatten gepflasterter Weg. In einem der Räume wurde ein 3,8 x 3m grosses Mosaik gefunden.

Es zeigt die nackte Europa, die von den Wellen fortgetragen wird und sich an einem Bullen festhält. Aus der griechischen Mythologie wissen wir, dass der Bulle der verwandelte Gott Zeus ist. Vor dem Bullen steht Eros mit einer Fackel.

Neben diesem Raum befindet sich ein Hof, der sieben Meter lang und sieben Meter breit ist. Die anderen Räme umgeben diesen Hof. Das Bad ist von Bedeutung wegen seiner technisch perfekten Entwässerung.

Das Urteil des Paris

Am nördlichen Ende des Ausgrabungsgeländes ist ein guterhaltenes Mosaik aus römischer Zeit zu sehen, das durch ein großes Dach geschützt wird. Es zeigt die 9 Musen, Apollon als Musenführer, Dionysos und das Urteil des Paris. Die Göttinen Hera, Athene uns Aphrodite stritten, wer von ihnen die Schönste sei. Paris eilte in Begleitung des Götterboten Hermes als Schiedsrichter herbei. Er entschied sich für Aphrodite und überreichte ihr zum Zeichen des Sieges einen Apfel.

Weitere Bilder von den westlichen Ausgrabungen sind in der Bildergalerie und hier zu sehen:

Text: Constantinos Hatzipavlis, Stefan O. Schüller
Bilder: Constantinos Hatzipavlis, Jan Theo Bakker
Gestaltung: Copyright © 2003 - 2010 by Stefan O. Schüller

Zuletzt aktualisiert am 12.02.2010